Anki auf einen Blick
| 🎯 Fokus | Karteikarten-basiertes Lernen mit Spaced Repetition – für Vokabeln, Fakten, Medizin, Jura und mehr |
| 🌍 Sprachen | Unbegrenzt – jede Sprache möglich, da Nutzer eigene Decks erstellen oder aus Tausenden geteilten Decks wählen |
| 💰 Preis (Desktop/Android) | Komplett kostenlos – 0 €/Monat, 0 €/Jahr, 0 € Lifetime |
| 💰 Preis (iOS) | Einmalkauf: 29,99 € (AnkiMobile Flashcards) |
| 👤 Für wen | Selbstdisziplinierte Lerner, Studierende, Vokabel-Enthusiasten, medizinische Prüfungsvorbereitung |
| ✅ Pluspunkt | Wissenschaftlich fundiertes Spaced-Repetition-System – komplett kostenlos auf Desktop und Android |
| ❌ Minuspunkt | Steile Lernkurve bei der Einrichtung, kein strukturierter Sprachkurs, veraltetes Design |
Ohne aktive Wiederholung verblasst der größte Teil neu gelernter Inhalte innerhalb weniger Tage – ein Effekt, der seit Hermann Ebbinghaus‘ Forschung von 1885 als Vergessenskurve bekannt ist. Das ist keine Panikmache, sondern die sogenannte Vergessenskurve nach Hermann Ebbinghaus, wissenschaftlich belegt seit 1885. Ein Tool verspricht seit Jahren, genau dieses Problem zu lösen: Anki. Und das Beste daran? Es kostet keinen Cent.
Anki ist ein Open-Source-Karteikartenprogramm, das mit einem cleveren Algorithmus arbeitet. Statt stumpfem Pauken entscheidet das Programm automatisch, wann du welche Karte wiederholen solltest – genau dann, wenn du sie fast vergessen hättest. In dieser Anki Bewertung erfährst du, ob der Vokabeltrainer wirklich hält, was die Community verspricht, für wen er geeignet ist und wo seine Grenzen liegen.
Testergebnisse
Für wen ist Anki geeignet?
Anki ist kein klassischer Sprachkurs mit Lektionen, Dialogen und Grammatikerklärungen. Es ist ein Werkzeug – und zwar ein extrem mächtiges. Aber wie jedes Werkzeug funktioniert es nur in den richtigen Händen. Hier die ehrliche Einordnung:
| ✅ Ideal für | ❌ Weniger geeignet für |
|---|---|
| Studierende, die systematisch Vokabeln für Prüfungen lernen wollen | Absolute Anfänger ohne jede Sprachgrundlage → besser: Babbel |
| Medizin- und Jura-Studierende (riesige Faktenmengen) | Lerner, die geführte Kurse mit Struktur und Erklärungen brauchen → besser: Mondly |
| Fortgeschrittene, die gezielt ihren Wortschatz erweitern möchten | Menschen, die Konversation und Sprechen üben wollen → besser: Preply (Live-Tutoren) |
| Technikaffine Nutzer, die gern selbst konfigurieren und optimieren | Kinder und Jugendliche, die spielerisches Lernen bevorzugen → besser: Duolingo |
| Polyglotte, die mehrere Sprachen gleichzeitig trainieren | |
| Autodidakten mit hoher Selbstdisziplin |
Die besten Anki Alternativen
Babbel: Preisgekrönt – jetzt alle 14 Sprachen im Abo
Die preisgekrönte Sprachlern-App von Babbel bietet kurze Lektionen von 10 bis 15 Minuten, die von über 200 Sprachwissenschaftlern entwickelt wurden und sich auf Alltagssituationen konzentrieren.
Preply: Sprache lernen 1:1 mit echten Lehrkräften
Bei Preply wählst du aus über 32.000 Tutoren aus mehr als 203 Ländern die passende Lehrkraft und buchst Stunden flexibel in deinen Kalender – für rund 50 Sprachen.
Mondly: 41 Sprachen zur Wahl
Mit Mondly lernst du spielerisch aus 41 Sprachen – mithilfe täglicher Lektionen, einem KI-Chatbot für Sprechübungen und einer Ausspracheüberprüfung per Spracherkennung.
Lingoda: Live-Unterricht mit echten Lehrern
Lingoda bietet Live-Unterricht in Kleingruppen oder Einzelstunden mit über 2.400 zertifizierten Lehrkräften – ideal für alle, die eine Sprache nicht nur lernen, sondern wirklich sprechen möchten.
Promova: KI-gestützte Sprachlern-App für den Alltag
Promova setzt auf kurze Microlearning-Einheiten von etwa 5 Minuten sowie KI-gestützte Sprechübungen mit sofortigem Feedback – verfügbar in 12 Sprachen ab ca. 8 € pro Monat.
Rosetta Stone: Klassisches Sprachenlernen durch Immersion
Rosetta Stone setzt auf die bewährte Immersionsmethode: Du lernst eine neue Sprache durch Bilder, Klang und Kontext – ohne Übersetzungen, auch offline und in 25 Sprachen.
uTalk: Über 150 Sprachen spielerisch entdecken
uTalk bietet mit über 150 Sprachen und Dialekten eine der breitesten Sprachauswahlen auf dem Markt – spielerisch erlernt durch thematische Übungen mit von Muttersprachlern eingesprochenen Inhalten.
Lingopie: Sprachen lernen mit Serien und Filmen
Lingopie ermöglicht es, eine neue Sprache durch fremdsprachige Serien und Filme zu lernen – mit interaktiven Untertiteln, per Klick abrufbaren Wortbedeutungen und automatisch erstellten Flashcards.
Jicki: Sprachen lernen ganz ohne Bildschirm
Jicki vermittelt Sprachen ausschließlich über Audio – durch entspannte Hörgeschichten, die sich beim Pendeln oder Sport nebenbei konsumieren lassen, ab 5,95 € pro Monat.
EF English Live: Effektiv Englisch lernen – rund um die Uhr
EF English Live bietet Live-Unterricht mit TEFL-zertifizierten Muttersprachlern rund um die Uhr sowie über 2.000 Stunden interaktiver Lerninhalte für alle Niveaus von A1 bis C2.
MosaLingua: Effizient lernen mit KI und echten Lehrkräften
MosaLingua kombiniert KI-gestütztes Selbststudium mit themenbasierten Inhalten und einer Aussprache-Vergleichsfunktion – optional ergänzt durch Live-Unterricht mit echten Lehrkräften.
Gymglish: Der persönliche KI-Sprachlehrer für jeden Tag
Gymglish liefert täglich personalisierte Sprachlektionen per App oder E-Mail, die die KI automatisch an dein Niveau und deine Interessen anpasst – für Englisch, Französisch, Spanisch und mehr.
Pimsleur: Die bewährte Audiomethode für 51 Sprachen
Pimsleur trainiert Hörverständnis und Aussprache durch 30-minütige Audioeinheiten mit Spaced Repetition – offline nutzbar, in 51 Sprachen und ergänzt durch einen KI-Voice-Coach.
Busuu: Lernen mit der Community
Busuu bietet von Linguisten entwickelte Lektionen in 14 Sprachen sowie eine Community-Funktion, bei der Muttersprachler weltweit echtes Feedback auf Schreib- und Sprechübungen geben.
Erfolgschancen bei Anki
Die Lernphilosophie von Anki basiert auf einem einzigen, aber wissenschaftlich bombenfesten Prinzip: Spaced Repetition (verteiltes Wiederholen). Anki nutzt zwei Algorithmen: den klassischen SM-2 (ursprünglich 1987 von Piotr Woźniak für SuperMemo entwickelt und von Anki leicht modifiziert) sowie seit Version 23.10 (November 2023) den moderneren FSRS-Algorithmus von Jarrett Ye, der inzwischen als Standard-Scheduler dient. Kennst du ein Wort gut, siehst du es erst in Tagen oder Wochen wieder. Schwächelst du, taucht es schon morgen auf. So bleibt Gelerntes im Langzeitgedächtnis hängen – ohne unnötiges Wiederholen.

Ein typischer Lernablauf: Du öffnest Anki, wählst dein Deck (z. B. „Spanisch B1 Vokabeln“), und das Programm zeigt dir die Vorderseite einer Karte – etwa das Wort „la madrugada“. Du überlegst, klickst auf „Antwort zeigen“ und siehst die Rückseite: „die Morgendämmerung“. Dann bewertest du selbst: „Nochmal“, „Schwer“, „Gut“ oder „Einfach“. Fertig. Der Algorithmus erledigt den Rest.
Erreichbare GER-Niveaus
- A1–A2: Gut erreichbar, wenn du ein solides Anfänger-Deck nutzt (z. B. die beliebten „Top 1000 Wörter“-Decks)
- B1–B2: Realistisch, aber nur in Kombination mit anderen Ressourcen (Grammatik, Hörverständnis, Konversation)
- C1–C2: Anki allein reicht hier nicht. Für dieses Niveau brauchst du aktive Sprachpraxis, Lesen, Hören und idealerweise einen Tutor. Anki kann aber den Wortschatz auf C-Niveau heben.
Was funktioniert: Anki Vokabeln lernen ist das, wofür das Tool gebaut wurde – und hier ist es schlicht unschlagbar. Wer täglich 15–20 Minuten investiert, kann realistisch 1.000–2.000 neue Wörter pro Jahr ins Langzeitgedächtnis überführen. Die Flexibilität der Anki Karteikarten erlaubt zudem Bild-, Audio- und Cloze-Karten (Lückentexte).
Was nicht funktioniert: Grammatik, Aussprache, freies Sprechen und kulturelles Verständnis. Anki erklärt nichts – es fragt nur ab. Wer ausschließlich mit Anki lernt, hat am Ende einen beeindruckenden passiven Wortschatz, kann aber möglicherweise keinen einzigen Satz flüssig formulieren.
Was kostet Anki?
Hier kommt die große Überraschung: Anki ist auf den meisten Plattformen komplett kostenlos. Desktop (Windows, Mac, Linux), Android und die Web-Version AnkiWeb kosten keinen Cent. Die einzige Ausnahme ist die iOS-App „AnkiMobile Flashcards“, die im Apple App Store 29,99 € kostet – ein Einmalkauf ohne weitere Folgekosten. Dieser Preis finanziert die gesamte Entwicklung des Projekts.
| ⚠️ Achtung, iPhone-Nutzer! Die iOS-App kostet 29,99 €. Das ist kein Abo, sondern ein einmaliger Kauf. Es gibt diverse Fake-Apps im App Store, die „Anki“ im Namen tragen, aber nicht vom offiziellen Entwickler stammen. Lade nur „AnkiMobile Flashcards“ von Ankitects Pty Ltd herunter. Alternativ kannst du Anki auf dem iPhone kostenlos über den Safari-Browser via AnkiWeb nutzen – mit eingeschränktem Funktionsumfang. |
Kostenlos nutzbar?
Ja – und zwar ohne Einschränkungen auf Desktop und Android. Es gibt kein Freemium-Modell, keine Premium-Features hinter einer Paywall und keine Werbung. Der komplette Funktionsumfang steht dir ab Tag 1 zur Verfügung. Auch die Synchronisation zwischen Geräten über AnkiWeb ist kostenlos. Da Anki ein Open-Source-Projekt ist, gibt es keine Geld-zurück-Garantie im klassischen Sinne – du zahlst ja nichts. Für die iOS-App gelten die Rückgabebedingungen von Apple (in der Regel 14 Tage).
Preisübersicht
| Plattform | Preis | Modell | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Desktop (Win/Mac/Linux) | 0 € | Kostenlos, Open Source | ⭐ Beste Option zum Erstellen & Bearbeiten |
| Android (AnkiDroid) | 0 € | Kostenlos, Open Source | ⭐ Ideal für unterwegs |
| AnkiWeb (Browser) | 0 € | Kostenlos | Gut für schnelle Reviews |
| iOS (AnkiMobile) | 29,99 € (einmalig) | Einmalkauf | Nur für iPhone-/iPad-Nutzer nötig |
| ⚠️ Keine automatische Verlängerung: Da Anki kein Abo-Modell hat, besteht keine Gefahr einer automatischen Verlängerung. Der iOS-Kauf ist einmalig. Auf allen anderen Plattformen zahlst du nichts – weder heute noch in Zukunft. |
Zahlungsmethoden (nur iOS-App):
- Apple Pay
- Kreditkarte (über Apple ID)
- iTunes-Guthaben
- PayPal (über Apple ID verknüpft)
Anki Erfahrungen und Kritik
| ✅ Vorteile | ❌ Nachteile |
|---|---|
| Komplett kostenlos auf Desktop und Android | Steile Lernkurve – Einrichtung erfordert Geduld |
| Wissenschaftlich fundierter Spaced-Repetition-Algorithmus | Veraltetes, wenig ansprechendes Design |
| Maximale Flexibilität: eigene Karten, eigene Decks, eigene Regeln | Kein strukturierter Sprachkurs – nur Abfrage, keine Erklärungen |
| Riesige Community mit Tausenden fertigen Decks (shared decks) | Qualität geteilter Decks stark schwankend |
| Synchronisation über alle Geräte via AnkiWeb | iOS-App mit 29,99 € vergleichsweise teuer für eine Karteikarten-App |
| Unterstützt Bilder, Audio, Video und LaTeX-Formeln | Keine Gamification, keine Belohnungen, kein sozialer Wettbewerb |
| Add-ons ermöglichen fast unbegrenzte Anpassung | Kann bei großen Decks überfordernd wirken („Review-Lawine“) |
Nutzer-Bewertungen
- Apple App Store: ⭐ 4,8 / 5 (AnkiMobile Flashcards)
- Google Play Store: ⭐ 4,7 / 5 (AnkiDroid)
- Trustpilot: Keine offizielle Seite – Anki setzt auf Community-Foren statt auf Bewertungsplattformen
„Ich habe mit Anki in sechs Monaten über 3.000 japanische Kanji gelernt. Kein anderes Tool kommt auch nur annähernd ran. Aber man muss sich am Anfang durch die Einrichtung kämpfen.“
„Für mein Medizinstudium unverzichtbar. Nutze Anki seit drei Jahren täglich. Der Algorithmus vergisst nichts – auch wenn ich manchmal gerne würde.“
„Das Design sieht aus wie Windows 98, aber unter der Haube steckt eine Rakete. Wer sich einarbeitet, wird belohnt.“
Erfahrungen: Anfänger vs. Fortgeschrittene
Anfänger (⭐⭐⭐ 3/5): Für Sprachneulinge ist Anki ohne Begleitressourcen frustrierend. Es gibt keinen roten Faden, keine Grammatikerklärungen und keine Lernpfade. Wer aber bereit ist, sich ein gutes Anfänger-Deck zu suchen und parallel einen Kurs zu nutzen, bekommt ein mächtiges Vokabel-Werkzeug an die Hand.
Fortgeschrittene (⭐⭐⭐⭐⭐ 5/5): Hier spielt Anki seine volle Stärke aus. Fortgeschrittene wissen, was sie lernen müssen, und können gezielt eigene Karten erstellen. Die Kombination aus Eigeninitiative und Spaced Repetition ist für den Wortschatzausbau auf B2- bis C2-Niveau schlicht unübertroffen.
Wie seriös ist Anki?
Anki wurde 2006 von dem australischen Entwickler Damien Elmes als Open-Source-Projekt gestartet. Der Name stammt vom japanischen Wort 暗記 (anki), das „Auswendiglernen“ bedeutet. Die Desktop-Version und die iOS-App AnkiMobile werden von der Firma Ankitects Pty Ltd in Australien (Damien Elmes) entwickelt; AnkiDroid für Android stammt vom unabhängigen „AnkiDroid Open Source Team“. Exakte Nutzerzahlen veröffentlicht das Projekt nicht, aber AnkiDroid allein verzeichnet im Google Play Store über 22 Millionen Downloads. In der medizinischen Ausbildung gilt Anki weltweit als Standardtool – amerikanische Medizinstudierende sprechen inzwischen von „doing Anki“ als eigenständiger Lernmethode.
Sicherheit & Datenschutz
- DSGVO: AnkiWeb speichert nur E-Mail und Lernfortschritt. Minimale Datenerhebung, kein Tracking durch Drittanbieter.
- Open Source: Der gesamte Quellcode ist auf GitHub einsehbar – volle Transparenz.
- Zahlungssicherheit: Die einzige kostenpflichtige Transaktion (iOS-App) läuft über den Apple App Store mit dessen Sicherheitsstandards.
- Kein Verkauf von Nutzerdaten: Anki finanziert sich über die iOS-App und Spenden – nicht über Werbung oder Datenhandel.
- Lokale Datenspeicherung: Deine Decks und Lernfortschritte liegen primär auf deinem Gerät. AnkiWeb dient nur der Synchronisation.
Transparente Kosten: Es gibt keine versteckten Gebühren, keine In-App-Käufe und keine Abo-Fallen. Bekannter Kritikpunkt: Die iOS-App ist mit 29,99 € für eine Karteikarten-App nicht günstig. Allerdings ist dieser Einmalkauf die Hauptfinanzierungsquelle für ein Projekt, das Millionen Menschen kostenlose Software bereitstellt – ein fairer Deal.
Anmeldung & Lernmethodik
Anmeldung – So startest du
- Anki herunterladen: Gehe auf apps.ankiweb.net und lade die Desktop-Version für dein Betriebssystem herunter (Windows, Mac oder Linux).
- Installation: Installiere die Software – dauert weniger als 2 Minuten.
- AnkiWeb-Konto erstellen: Registriere dich kostenlos auf ankiweb.net mit deiner E-Mail-Adresse. Dieses Konto brauchst du für die Synchronisation zwischen Geräten.
- Erstes Deck anlegen oder herunterladen: Erstelle ein eigenes Deck oder durchstöbere die Shared Decks auf ankiweb.net/shared/decks. Für Sprachen gibt es Tausende fertige Pakete.
- Mobile App installieren (optional): AnkiDroid (Android, kostenlos) oder AnkiMobile (iOS, 29,99 €) herunterladen und mit deinem AnkiWeb-Konto verknüpfen.
- Synchronisieren & loslegen: Drücke auf „Sync“, und deine Karten sind auf allen Geräten verfügbar.
⏱ Zeitaufwand: Vom Download bis zur ersten Lernkarte vergehen etwa 10–15 Minuten. Wer ein fertiges Shared Deck nutzt, ist schneller. Eigene Karten erstellen braucht mehr Einarbeitung.
Wie funktioniert das Lernen?
- Deck öffnen: Du wählst dein Lern-Deck (z. B. „Französisch – Grundwortschatz“).
- Karte anzeigen: Anki zeigt die Vorderseite einer Karteikarte – das kann ein Wort, ein Satz, ein Bild oder eine Audiodatei sein.
- Antwort überlegen: Du versuchst, dich an die Rückseite zu erinnern, bevor du auf „Antwort zeigen“ klickst.
- Selbstbewertung: Du bewertest deine Antwort: „Nochmal“ (vergessen), „Schwer“, „Gut“ oder „Einfach“. Diese Bewertung steuert den Algorithmus.
- Algorithmus plant: Basierend auf deiner Bewertung und bisherigen Lernhistorie berechnet Anki den nächsten Wiederholungszeitpunkt – von Minuten bis Monate.
- Täglich wiederholen: Jeden Tag zeigt dir Anki genau die Karten, die zur Wiederholung fällig sind. Konsistenz ist der Schlüssel.
Gamification? Praktisch nicht vorhanden. Kein Punkte-System, keine Streaks, keine Bestenlisten. Anki setzt auf intrinsische Motivation statt auf bunte Animationen. Wer extrinsische Anreize braucht, kann mit Add-ons wie „Review Heatmap“ oder „Leaderboard“ nachhelfen – aber von Haus aus ist Anki bewusst nüchtern gehalten.
Besondere Features
- Add-on-System: Über 6.000 Erweiterungen verfügbar – von Design-Themes über Statistik-Tools bis hin zu automatischen Aussprache-Generatoren. Die Add-ons verwandeln Anki in ein völlig individuelles Lerntool.
- Cloze-Deletions (Lückentexte): Statt einfacher Vorder-/Rückseite-Karten kannst du Sätze mit Lücken erstellen. Beispiel: „El gato está en la _____ (mesa).“ – ideal für kontextbasiertes Lernen.
- Medienintegration: Jede Karte kann Bilder, Audiodateien und sogar Videos enthalten. Medizinstudierende nutzen das für anatomische Bilder, Sprachlerner für native Aussprache-Clips.
Verfügbare Sprachen
Anki hat keine festgelegte Sprachliste – denn du erstellst deine Karten selbst oder nutzt Community-Decks. Theoretisch kannst du jede Sprache der Welt lernen, solange du das Material hast. In der Shared-Decks-Bibliothek finden sich Decks für über 100 Sprachen, darunter beliebte wie Englisch, Spanisch, Französisch, Japanisch, Koreanisch, Chinesisch, Arabisch, Russisch, Portugiesisch und Hindi – aber auch Nischensprachen wie Walisisch, Georgisch oder Suaheli.

Qualitätsunterschiede: Die Qualität variiert enorm. Populäre Sprachen haben hervorragend kuratierte Decks (z. B. „Core 2000 Japanese“ oder „Spanish 5000 Frequency List“). Bei selteneren Sprachen sind Decks oft unvollständig, fehlerhaft oder ohne Audio. Hier lohnt es sich, eigene Karten zu erstellen.
Da Anki kein Kursanbieter ist, gibt es keine „Ausgangssprachen“ im klassischen Sinne. Die Benutzeroberfläche ist in über 60 Sprachen verfügbar, darunter Deutsch.
Anki im Vergleich
| Kriterium | Anki | Babbel | Mondly | Lingoda | Preply |
|---|---|---|---|---|---|
| Preis ab (Jahresabo) | 0 € (iOS: 29,99 € einmalig) | ab 8,99 €/Monat | ab 5,19 €/Monat | Einzelstunden ab ca. 26 €/Stunde | ab ca. 10 €/Stunde |
| Sprachen | Unbegrenzt (Community) | 14 | 41+ | 6 | 50+ |
| Lernmethode | Spaced Repetition / Karteikarten | Strukturierte Kurse | KI-gestützte Lektionen | Live-Gruppenunterricht | 1:1-Tutoren live |
| Kostenlos | ✅ (Desktop + Android) | ❌ (nur Probelek.) | ❌ (nur Testphase) | ❌ | ❌ |
| Live-Tutoren | ❌ | ❌ | ❌ | ✅ | ✅ |
| Offline | ✅ | ✅ | ✅ | ❌ | ❌ |
| Bis C1/C2 | Wortschatz ja, Gesamtniveau nein | Bis B2 | Bis B2 | Bis C2 | Bis C2 |
| Zertifikate | ❌ | ❌ | ❌ | ✅ | ❌ |
Alternativen zu Anki
Babbel: Der strukturierte Gegenentwurf. Wo Anki maximale Freiheit bietet, liefert Babbel einen durchdachten Lernpfad mit Grammatik, Dialogen und Spracherkennung. Ideal für Anfänger, die einen roten Faden brauchen.
Quizlet: Die optisch ansprechendere Karteikarten-Alternative mit Gamification-Elementen. Einfacher zu bedienen, aber weniger mächtig – der Algorithmus ist nicht so ausgereift wie der von Anki, und die kostenlose Version hat inzwischen deutliche Einschränkungen.
Preply: Ein komplett anderer Ansatz. Statt Karten zu klicken, sprichst du mit echten Tutoren per Videochat. Perfekt für alle, denen aktives Sprechen wichtiger ist als Vokabelwissen – aber natürlich deutlich teurer.
Anki kündigen
Da Anki auf Desktop und Android kostenlos ist, gibt es dort nichts zu kündigen. Eine „Kündigung“ ist nur relevant, wenn du die iOS-App gekauft hast (Einmalkauf, kein Abo – also auch hier nichts zu kündigen) oder deinen AnkiWeb-Account löschen möchtest. Hier die Wege:
1. AnkiWeb-Account löschen (Website)
-
- Melde dich auf ankiweb.net an.
-
- Klicke oben rechts auf deinen Namen → „Account“.
-
- Scrolle nach unten zu „Delete Account“ und bestätige die Löschung.
-
- Alle synchronisierten Daten werden dauerhaft gelöscht. Lokale Decks auf deinem Gerät bleiben erhalten.
2. iOS – App entfernen
-
- Halte das AnkiMobile-App-Icon auf dem Homescreen gedrückt.
-
- Tippe auf „App entfernen“ → „App löschen“.
-
- Die App wird deinstalliert. Da es kein Abo gibt, fallen keine weiteren Kosten an.
3. Android – App entfernen
-
- Öffne die Einstellungen → „Apps“ → „AnkiDroid“.
-
- Tippe auf „Deinstallieren“ und bestätige.
-
- Deine lokalen Decks werden entfernt. Über AnkiWeb synchronisierte Daten bleiben online gespeichert, bis du den Account löschst.
| ⚠️ Wichtig: App löschen ≠ Account löschen! Wenn du die App von deinem Gerät entfernst, bleibt dein AnkiWeb-Konto mit allen synchronisierten Daten bestehen. Um deine Daten vollständig zu entfernen, musst du den AnkiWeb-Account separat löschen (siehe Schritt 1). |
Unser Fazit
Anki ist das mächtigste kostenlose Vokabel-Tool auf dem Markt – aber kein Allround-Sprachkurs. Wer bereit ist, sich in die Einrichtung einzuarbeiten und die nötige Disziplin mitbringt, bekommt ein Lernwerkzeug, das kein Konkurrent in puncto Effektivität bei der Wortschatzarbeit schlägt.
Die wichtigsten Punkte
-
- 💰 Kostenlos auf Desktop und Android – kein Abo, keine versteckten Kosten
-
- 🧠 Spaced Repetition auf wissenschaftlicher Basis – nachweislich die effektivste Methode zum Langzeit-Memorieren
-
- 🔧 Maximale Anpassbarkeit durch Add-ons, eigene Kartentypen und Community-Decks
-
- 📉 Steile Lernkurve – Anfänger brauchen Einarbeitungszeit
-
- 🚫 Kein Sprachkurs – keine Grammatik, kein Sprechen, keine Struktur
-
- 🎨 Design veraltet – funktional, aber optisch nicht zeitgemäß
Empfehlenswert für: Selbstdisziplinierte Lerner, Studierende, Fortgeschrittene und alle, die gezielt ihren Wortschatz aufbauen wollen – egal in welcher Sprache. Anki in Kombination mit einem strukturierten Kurs (z. B. Babbel oder Lingoda) ist das Dream-Team des Sprachenlernens.
Besser Alternativen wählen, wenn: Du einen geführten Sprachkurs mit klarer Progression suchst, Wert auf modernes Design und Gamification legst oder aktives Sprechen trainieren willst. Dann bist du bei Babbel, Mondly oder Preply besser aufgehoben.
FAQs Anki
Anki ist ein kostenloses Open-Source-Karteikartenprogramm, das mit Spaced Repetition arbeitet. Der Algorithmus berechnet für jede Karte den optimalen Wiederholungszeitpunkt – genau dann, wenn du sie fast vergessen hättest. Anki wird weltweit von Sprachlernern, Studierenden und Medizinstudenten zum Auswendiglernen von Vokabeln, Fakten und Definitionen genutzt. Der Name stammt vom japanischen Wort 暗記 (anki), das „Auswendiglernen“ bedeutet.
Ja, auf Desktop (Windows, macOS, Linux), Android (AnkiDroid) und im Browser (AnkiWeb) ist Anki komplett kostenlos – ohne Abo, ohne Werbung, ohne versteckte Kosten. Die einzige kostenpflichtige Version ist AnkiMobile Flashcards für iOS (iPhone/iPad), die einmalig 29,99 € im deutschen App Store kostet. Dieser Einmalkauf finanziert die Weiterentwicklung des Projekts. Die Synchronisation zwischen allen Geräten über AnkiWeb ist ebenfalls kostenlos.
Anki wurde 2006 vom australischen Entwickler Damien Elmes als Open-Source-Projekt gestartet. Die Desktop-Version und die iOS-App AnkiMobile werden von seiner Firma Ankitects Pty Ltd in Australien gepflegt. AnkiDroid für Android wird unabhängig vom „AnkiDroid Open Source Team“ entwickelt. Im Februar 2026 kündigte Elmes an, die Weiterentwicklung schrittweise an die Plattform AnkiHub zu übergeben – Anki soll dabei Open Source und werbefrei bleiben.
Anki nutzt seit Version 23.10 (November 2023) standardmäßig den modernen FSRS-Algorithmus (Free Spaced Repetition Scheduler) von Jarrett Ye, der auf Machine Learning basiert. Alternativ kann der klassische SM-2-Algorithmus verwendet werden, der ursprünglich 1987 von Piotr Woźniak für SuperMemo entwickelt wurde. FSRS gilt als präziser, reduziert die Anzahl täglicher Wiederholungen und passt sich dem individuellen Lernverhalten an.
Spaced Repetition basiert auf der Vergessenskurve von Hermann Ebbinghaus aus dem Jahr 1885. Anki zeigt dir jede Karte genau dann, wenn du sie fast vergessen hättest. Nach jeder Karte bewertest du selbst: „Nochmal“, „Schwer“, „Gut“ oder „Einfach“. Der Algorithmus berechnet daraus den nächsten Wiederholungszeitpunkt – von Minuten bis zu Monaten. So bleiben Inhalte langfristig im Gedächtnis, ohne unnötiges Pauken.
Nein, Anki ist kein vollständiger Sprachkurs. Das Programm bietet keine Grammatikerklärungen, keine Konversationsübungen und keine Aussprachekorrektur. Realistisch erreichbar ist mit Anki allein ein Wortschatz auf A2- bis B1-Niveau. Für höhere Niveaus oder freies Sprechen brauchst du zusätzliche Ressourcen wie strukturierte Kurse (Babbel, Mondly) oder Live-Tutoren (Preply, Lingoda). Anki ist als Ergänzung zu einem Sprachkurs allerdings unschlagbar.
AnkiMobile Flashcards für iOS kostet einmalig 29,99 € im deutschen App Store – kein Abo, keine Folgekosten. Der Kauf ist mit bis zu 5 iOS-Geräten unter derselben Apple-ID nutzbar und unterstützt die Familienfreigabe. Wer den Preis sparen möchte, kann Anki auf dem iPhone kostenlos über den Safari-Browser via AnkiWeb nutzen – mit eingeschränktem Funktionsumfang. Auf Android, Windows, Mac und Linux ist Anki dauerhaft kostenlos.
Anki hat keine festgelegte Sprachliste. Da alle Inhalte nutzergeneriert sind, kannst du theoretisch jede Sprache der Welt lernen. In der offiziellen Shared-Decks-Bibliothek auf AnkiWeb finden sich Decks für über 100 Sprachen, darunter Englisch, Spanisch, Französisch, Japanisch, Koreanisch, Chinesisch, Arabisch und Russisch, aber auch Nischensprachen wie Walisisch oder Suaheli. Die Qualität schwankt jedoch stark – populäre Sprachen sind besser abgedeckt.
Anki ist für absolute Sprachanfänger nicht ideal. Es gibt keinen roten Faden, keine Grammatikerklärungen und keine geführten Lektionen – das Tool fragt nur ab. Wer bei null startet, ist mit Apps wie Babbel oder Mondly besser bedient. Anki entfaltet seine Stärke ab A2/B1-Niveau, wenn du gezielt Wortschatz aufbauen willst. Auch die Einrichtung ist anfangs gewöhnungsbedürftig – plane 1–2 Stunden für die Einarbeitung ein.
Anki bezeichnet die Desktop-Version für Windows, macOS und Linux, entwickelt von Damien Elmes. AnkiDroid ist die kostenlose Android-App, die von einem unabhängigen Open-Source-Team gepflegt wird. Beide sind miteinander kompatibel und synchronisieren über AnkiWeb. Für iOS gibt es separat AnkiMobile (29,99 €). Alle Varianten teilen dieselben Decks und denselben Lernfortschritt, sobald sie mit einem AnkiWeb-Konto verknüpft sind.
Auf ankiweb.net/shared/decks findest du Tausende kostenlose Decks aus der Community – von Sprachvokabeln über Medizin bis hin zu Geografie. Klicke einfach auf das gewünschte Deck, lade die .apkg-Datei herunter und öffne sie mit Anki. Beliebte Decks für Sprachen sind „Core 2000 Japanese“, „Spanish 5000 Most Common Words“ oder „Refold“-Decks. Achte vor dem Download auf Bewertungen und Anzahl der Nutzer – die Qualität schwankt stark.
Anki ist besser für langfristiges Lernen großer Datenmengen, weil sein FSRS-Algorithmus präziser arbeitet als Quizlets adaptives System. Anki ist außerdem dauerhaft kostenlos (außer iOS: 29,99 €), während Quizlet Plus bis zu 44,99 €/Jahr kostet. Quizlet punktet dafür mit besserer Benutzerfreundlichkeit, modernem Design und KI-Features wie Q-Chat. Für Schüler und Gelegenheitslerner ist Quizlet zugänglicher, für ernsthafte Langzeit-Lerner ist Anki überlegen.
